Aktuelles | 22. Dezember 2022

Endgültige Entgelte bestätigen Teuerungstrend

Es hatte sich in den vorläufigen Entgelten (vgl. Newsletter NNS Nr. 115 & NNG Nr. 73) bereits abgezeichnet: 2023 müssen Netzkunden erheblich höhere Durchleitungsgebühren entrichten als im Vorjahr.

In den Gas-Ver­teil­net­zen hat sich die­ser Trend mit Ver­öf­fent­li­chung der als end­gül­tig dekla­rier­ten Ent­gel­te ver­fes­tigt. Nach Aus­wer­tung der bereits ver­öf­fent­lich­ten Preis­blät­ter von 261 Netz­be­trei­bern, deren Ver­teil­net­ze rund 72,3 Pro­zent des gas­ver­sorg­ten Gebiets umfas­sen, stei­gen die Prei­se gegen­über den vor­läu­fi­gen Ent­gel­ten im Schnitt um etwa 1 Pro­zent. In die­sen Net­zen zah­len Mus­ter­haus­hal­te mit einem Jah­res­ver­brauch von 20.000 kWh im kom­men­den Jahr 417,52 Euro.

In 6.655 Post­leit­zahl-Ort-Kom­bi­na­tio­nen wur­den die Prei­se noch ein­mal ange­passt, in 3.026 davon sin­ken die Ent­gel­te. In 773 Postor­ten wur­den die Preis­blät­ter unver­än­dert als end­gül­tig ver­öf­fent­licht. Beson­ders deut­li­che nach­träg­li­che Anhe­bun­gen fin­den sich bei der WEMAG Netz (+22,9 % auf 540,68 EUR), den Stadt­wer­ken Hal­tern am See (+26,6 % auf 308,34 EUR) und den Stadt­wer­ken Kal­ten­kir­chen (+18,4 % auf 310,14 EUR). Zumin­dest bei die­sen bei­den Stadt­wer­ken blei­ben die Ent­gel­te den­noch deut­lich unter dem Durch­schnitts­wert. Auf der ande­ren Sei­te wur­den auch Prei­se nach unten kor­ri­giert. Die Stadt­wer­ke Klin­gen­berg sen­ken die Ent­gel­te um ‑17,9 Pro­zent auf 469,90 Euro, bei der Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung Bün­de wer­den die Prei­se um ‑14,7 Pro­zent auf deut­lich unter­durch­schnitt­li­che 263,60 Euro reduziert.

Pro­zen­tua­le Ver­än­de­rung der end­gül­ti­gen Netz­ent­gel­te Gas 2023 gegen­über 2022
Abnah­me­fall: Fami­li­en-Haus­halt, 20.000 kWh/​Jahr, SLP, Niederdruck

Im Ver­gleich mit den Vor­jah­res­wer­ten zeigt sich in den bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen eine star­ke Erhö­hung um +24,3 Pro­zent auf 418,65 Euro. In 7.793 Postor­ten wur­den die Preis­blät­ter ange­passt, in nur 40 davon wur­den die Ent­gel­te redu­ziert. Unver­än­der­te Prei­se gegen­über den vor­läu­fi­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen las­sen sich in 43 Postor­ten fin­den. Spit­zen­rei­ter bei den Preis­stei­ge­run­gen ist bis­lang die bereits erwähn­te WEMAG, deren Prei­se gegen­über 2022 um +63,1 Pro­zent ange­ho­ben wer­den. Auch in den Net­zen der Gas­ver­sor­gung Eisen­hüt­ten­stadt (+58,8 % auf 474,54 EUR) und der Stadt­wer­ke Büdin­gen (+58,1 % auf 468,51 EUR) stei­gen die Jah­res­kos­ten. Dem­ge­gen­über ste­hen sin­ken­de Ent­gel­te bei­spiels­wei­se bei den Stadt­wer­ken Balin­gen (-9,1 % auf 396,86 EUR), den Stadt­wer­ken Klin­gen­berg (-5,1 % auf 469,90 EUR) und den Stadt­wer­ken Her­ren­berg (-3,4 % auf 313,90 EUR).

Ver­öf­fent­li­chungs­stand im Strom noch rela­tiv niedrig

Im Strom wur­den bis­lang noch weit weni­ger end­gül­ti­ge Preis­blät­ter ver­öf­fent­licht. Die Aus­wer­tung von 47 neu­en Preis­stel­lun­gen, die etwa 30,6 Pro­zent Gebiets­ab­de­ckung errei­chen, zei­gen eine merk­li­che Kor­rek­tur der Ent­gel­te. Im Schnitt sin­ken die Prei­se für einen Mus­ter­haus­halt mit 4.000 kWh Jah­res­ver­brauch in die­sen Netz­ge­bie­ten um ‑3,3 Pro­zent auf 385,44 Euro.

Betrof­fen sind ins­ge­samt 2.199 Postor­te, in 2.185 davon sin­ken die end­gül­ti­gen Prei­se gegen­über den vor­läu­fi­gen. In 2.570 Postor­ten ent­hal­ten die neu­en Preis­blät­ter unver­än­der­te Prei­se. Ver­teue­run­gen neh­men die Elek­tri­zi­täts­net­ze All­gäu (+2,2 % auf 310,20 EUR) und die Stadt­wer­ke Lin­dau (B) (+0,3 % auf 378,10 EUR) vor. In 1.610 Postor­ten im Netz­ge­biet der West­netz sin­ken die Durch­lei­tungs­ge­büh­ren (-3,8 % auf 380,34 EUR), eben­so in den Gebie­ten der Mit­tel­hes­sen Netz (-2,8 % auf 289,60 EUR) und Lei­neNetz (-2,8 % auf 296,22 EUR).

Pro­zen­tua­le Ver­än­de­rung der end­gül­ti­gen Netz­ent­gel­te Strom 2023 gegen­über 2022
Abnah­me­fall: Fami­li­en-Haus­halt, 4.000 kWh/​Jahr, SLP, Niederspannung

Im Ver­gleich zu den Ent­gel­ten 2022 lässt sich bis­lang den­noch eine star­ke Ver­teue­rung um durch­schnitt­lich +17,8 Pro­zent errech­nen, für den Mus­ter­haus­halt erge­ben sich 2023 dar­aus jähr­li­che Kos­ten von 377,20 Euro. Betrof­fen sind davon 4.768 Postor­te, nur in drei­en blei­ben die Ent­gel­te unver­än­dert. In einem ein­zel­nen Post­ort (Schau­en­stein, Bay­ern) pro­fi­tie­ren Kun­den von einem Kon­zes­si­ons­wech­sel vom Elek­tri­zi­täts­werk Hein­rich Schir­mer zur Bay­ern­werk Netz (-24,4 % auf 342,85 EUR). Deut­lich stei­gen­de Ent­gel­te fin­den sich dage­gen bei den Stadt­wer­ken Pritz­walk (+38,7 % auf 355,59 EUR), den Stadt­wer­ken Luther­stadt Wit­ten­berg (+28,4 % auf 404,75 EUR) und in Markt Thün­gen (+25,6 % auf 368,91 EUR).

Auch mit den noch aus­ste­hen­den Preis­re­ge­lun­gen der übri­gen Ver­teil­netz­be­trei­ber dürf­te sich die­ser all­ge­mei­ne Trend nicht mehr ändern.

Metho­dik: Alle Prei­se ver­ste­hen sich net­to. Der durch­schnitt­li­che spe­zi­fi­sche Arbeits­preis der Netz­ent­gel­te wur­de nach Netz­grö­ße (Anzahl der ange­schlos­se­nen Post­leit­zahl-Ort-Kom­bi­na­tio­nen) gewich­tet. In den Berech­nun­gen wur­den nur Netz­be­trei­ber berück­sich­tigt, die bereits ein end­gül­ti­ges Ent­gelt für 2023 bekannt­ge­ge­ben haben. Der spe­zi­fi­sche Kilo­watt­stun­den­preis setzt sich zusam­men aus den Netz­kos­ten (Arbeits­preis + auf die Jah­res­ar­beit umge­leg­ter Grund­preis) und den Kos­ten für das Mess­sys­tem (Stan­dard­mess­kon­fi­gu­ra­ti­on).

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