Aktuelles | 30. Januar 2015

Neue Netzentgelte verändern Margensituation: Ein Rechenbeispiel

Der überwiegende Teil der deutschen Gasnetzbetreiber hat im Laufe des Januars die endgültigen Netzentgelte für das aktuelle Jahr veröffentlicht. Ein Vergleich mit den Netzkosten des Vorjahres zeigt, dass einige Regionen von deutlichen Anpassungen betroffen sind (vgl. Newsletter Netznutzung Gas Nr. 55). Damit ändern sich für viele Lieferanten im bundesweiten Wettbewerb die Gewinnaussichten.

Am Bei­spiel eini­ger Grund­ver­sor­gungs­ge­bie­te im Bun­des­land Nord­rhein-West­fa­len soll im Fol­gen­den auf Basis der Daten­bank End­kun­den­ta­ri­fe Gas auf­ge­zeigt wer­den, mit wel­chen Roher­lö­sen Ener­gie­ver­sor­ger aktu­ell kal­ku­lie­ren kön­nen. Dabei wird ange­nom­men, dass sich Wett­be­wer­ber bei der Preis­er­mitt­lung am Grund­ver­sor­gungs­ta­rif des ange­stamm­ten Ver­sor­gers ori­en­tie­ren, wobei sie die­sen preis­lich unter­bie­ten müs­sen, um Neu­kun­den gewin­nen zu kön­nen. Für die Berech­nung wird der maxi­mal erziel­ba­re Erlös (ent­spricht dem Preis des Grund­ver­sor­gungs­ta­rifs) ermit­telt und davon das ört­li­che Netz­ent­gelt inklu­si­ve des Mess­kos­ten­kom­ple­xes sowie Ener­gie­steu­er und Kon­zes­si­ons­ab­ga­be abge­zo­gen. Die indi­vi­du­el­len Kos­ten für Beschaf­fung und Ver­trieb sind dann für den Lie­fe­ran­ten noch indi­vi­du­ell abzu­zie­hen. Auf die­se Wei­se lässt sich schnell erken­nen, wie pro­fi­ta­bel ein Lie­fer­ge­biet oder eine Regi­on ist. Die errech­ne­ten Roh­mar­gen gel­ten im Fol­gen­den für eine Abnah­me­men­ge von 20.000 kWh (11 kW Leis­tung) im Jahr.

Aktu­el­le Deckungs­bei­trä­ge in Nordrhein-Westfalen:

Mit deut­lich sin­ken­den Mar­gen müs­sen bei­spiels­wei­se Ener­gie­lie­fe­ran­ten kal­ku­lie­ren, die ihre Pro­duk­te im Lie­fer­ge­biet der WSW Ener­gie & Was­ser ver­trei­ben. Nach einem Anstieg der Netz­ent­gel­te um 8,8 Pro­zent liegt der Deckungs­bei­trag aktu­ell bei 3,75 ct/​kWh und ist damit 3,6 Pro­zent nied­ri­ger als noch im ver­gan­ge­nen Jahr. Dabei mar­kiert der genann­te Wert den Erlös, der maxi­mal zu erwirt­schaf­ten ist. Die letzt­lich vom Ver­sor­ger ange­setz­te Mar­ge dürf­te nach Abzug von Beschaffungs‑, Ver­triebs- und Over­head­kos­ten sogar noch merk­lich dar­un­ter lie­gen, sobald zusätz­li­che Fak­to­ren wie die loka­le Wett­be­werbs­si­tua­ti­on und eine pro­mi­nen­te Plat­zie­rung im Tarif­ran­king berück­sich­tigt wer­den. Nega­tiv ent­wi­ckeln sich die Roher­lö­se außer­dem im Lie­fer­ge­biet der Rhein­Ener­gie AG, wo sich der Netz­zu­gang zum Janu­ar um 7,7 Pro­zent ver­teu­ert hat. Die Roh­mar­ge liegt dort der­zeit bei 3,69 ct/​kWh (-2,7 %). Auch in Bie­le­feld und Bochum redu­ziert sich der mög­li­che Gewinn um jeweils 1,4 Pro­zent auf 3,43 ct/​kWh und 3,63 ct/​kWh. Die höchs­ten Ein­bu­ßen bei den Deckungs­bei­trä­gen sind in Hemer (-11,4 % auf 3,65 ct/​kWh), Rhe­de (-10,6 % auf 4,11 ct/​kWh) und Bocholt
(-9,1 % auf 3,64 ct/​kWh) zu verzeichnen.

Von den größ­ten Städ­ten Nord­rhein-West­fa­lens gewinnt ein­zig Dort­mund dank posi­ti­ver Mar­gen­ent­wick­lung an Attrak­ti­vi­tät für Wett­be­wer­ber. Hier liegt der Deckungs­bei­trag seit Jah­res­be­ginn bei 3,76 ct/​kWh. Das Netz­ent­gelt sank zum neu­en Jahr um 5,7 Pro­zent, was zu einem Anstieg der Roh­mar­ge um 2,2 Pro­zent führ­te. Beson­ders attrak­tiv ist die Gas­be­lie­fe­rung laut Berech­nung außer­dem in Plet­ten­berg (4,71 ct/​kWh) und Dins­la­ken (3,52 ct/​kWh). Hier steigt die Roh­mar­ge um 13,4 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 9 Pro­zent an.

Von sta­bi­len Gewinn­mög­lich­kei­ten pro­fi­tie­ren Ener­gie­ver­sor­ger dane­ben in Duis­burg (4,08 ct/​kWh), wo nicht nur das Netz­ent­gelt, son­dern zeit­gleich auch die Höhe der Grund­ver­sor­gungs­kos­ten zunahm. Bei den übri­gen der hier unter­such­ten Groß­städ­te war der Preis für die Grund­ver­sor­gung zum Jah­res­wech­sel unver­än­dert geblieben.

Deckungs­bei­trä­ge 2015 in den größ­ten Städ­ten Nordrhein-Westfalens

StadtPreis Grund­ver­sor­gung (ct/​kWh)NNE (ct/​kWh)Mar­ge (ct/​kWh)
Köln6,061,423,69
Dort­mund6,031,323,76
Düs­sel­dorf6,031,463,62
Essen6,051,493,60
Duis­burg6,881,934,08
Bochum6,091,593,63
Wup­per­tal6,361,733,75
Bie­le­feld5,841,713,43

Die Berech­nung cent­ge­nau­er Mar­gen ist mit der ene't Kal­ku­la­ti­ons­soft­ware NetKalk.Tarife mit nur weni­gen Arbeits­schrit­ten mög­lich. Dabei kön­nen ver­schie­de­ne Fak­to­ren wie Abstän­de zum Grund­ver­sor­gungs­ta­rif, Wunsch­po­si­tio­nen im Tarif­ran­king oder dif­fe­ren­zier­te Gewich­tungs­ka­te­go­ri­en (z. B. Ein­woh­ner­zahl oder Kauf­kraft) in die Preis­er­mitt­lung ein­flie­ßen.
Alter­na­tiv bie­tet ene't die Ermitt­lung regio­na­ler Deckungs­bei­trä­ge im Rah­men sei­ner indi­vi­du­el­len Dienst­leis­tun­gen an. Wir bera­ten Sie ger­ne unverbindlich.

E‑world 2015: ene't prä­sen­tiert span­nen­de Neu­heit im Bereich Software-as-a-Service

Die Bran­chen­mes­se E‑world ist seit vie­len Jah­ren fes­ter Ter­min im Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der ene't GmbH. Vom 10. bis zum 12. Febru­ar sind wir auch in die­sem Jahr als Aus­stel­ler mit eige­nem Stand auf der Esse­ner E‑world ener­gy & water“, der größ­ten euro­päi­schen Fach­mes­se für die Ener­gie- und Was­ser­wirt­schaft, ver­tre­ten. Wir laden Sie an die­ser Stel­le herz­lich ein, uns an unse­rem Mes­se­stand Nr. 452 in Hal­le 3 zu besu­chen und mit unse­ren Exper­ten ins fach­li­che Gespräch zu kommen.

Unter dem Mot­to Wir fügen die Tei­le zusam­men“ prä­sen­tie­ren wir Ihnen in die­sem Jahr eine beson­de­re Inno­va­ti­on und stel­len Ihnen erst­ma­lig unse­re neue, über­grei­fen­de Soft­ware-as-a-Ser­vice-Lösung vor. Infor­mie­ren Sie sich unver­bind­lich über die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten und über­zeu­gen Sie sich vor Ort von den zahl­rei­chen prak­ti­schen Vor­zü­gen unse­rer Neu­ent­wick­lung. Nut­zen Sie die Gele­gen­heit und ver­ein­ba­ren Sie noch heu­te einen per­sön­li­chen Gesprächs­ter­min. Dies kann ent­we­der tele­fo­nisch, per E‑Mail oder Fax­for­mu­lar erfol­gen. Die­ses erhal­ten Sie nach Klick auf die unten ste­hen­de Gra­fik. Je frü­her Sie uns Ihren Wunsch­ter­min mit­tei­len, des­to grö­ßer ist die Chan­ce, dass wir die­sen für Sie per­sön­lich ein­rich­ten können.

Geschäfts­füh­rer Dipl.-Ing. Peter Mar­tin Schro­er hält in die­sem Jahr zudem erst­mals einen Vor­trag im Rah­men des Kon­gress-Pro­gramms. In der The­men­rei­he Ener­gie­ver­sor­ger im Wan­del – Neue Kon­zep­te und Lösun­gen für erfolg­rei­che Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on“ hält er am Mitt­woch, den 11. Febru­ar, einen fak­ten­ge­stütz­ten Vor­trag zur Wett­be­werbs­si­tua­ti­on im End­kun­den­markt. Dabei zeigt er dem Ple­num auf, wie wich­tig es ist, das regio­na­le Wech­sel­ver­hal­ten kon­ti­nu­ier­lich im Blick zu behal­ten. Der Vor­trag bil­det den Auf­takt der ganz­tä­gi­gen Vor­trags­rei­he und beginnt um 9:30 Uhr.

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