Aktuelles | 13. Oktober 2016

Viele Grundversorger entlasten Gaskunden

In der Vergangenheit nutzten viele Grundversorger die Gelegenheit, nach dem Bekanntwerden der vorläufigen Netzentgelte für das Folgejahr ihre Tarife neu zu kalkulieren. Zum Jahreswechsel kam somit regelmäßig Bewegung in die Tariflandschaft. Doch Ende 2016 stellt sich das Bild ein wenig anders dar: Zahlreiche Grundversorger veröffentlichten schon wesentlich früher unter Einhaltung der vorgeschriebenen Sechswochenfrist neue Preise.

Mit Gül­tig­keit zum 1. Okto­ber oder 1. Novem­ber 2016 sowie zum 1. Janu­ar 2017 pass­ten bereits 99 Grund­ver­sor­ger ihre Tari­fe an, dies ent­spricht rund 14 Pro­zent der ange­stamm­ten Ver­sor­ger. Aus Kun­den­sicht erfreu­lich: 96 Unter­neh­men senk­ten die Prei­se, nahe­zu uni­so­no wur­den als Grund Beschaf­fungs­vor­tei­le genannt, die an die Kun­den wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Für ande­re in die­sen Gebie­ten akti­ve Gas­lie­fe­ran­ten dürf­te sich dage­gen der Wett­be­werbs­druck erhö­hen, wenn die Preis­dif­fe­renz zu den Grund­ver­sor­gungs­ta­ri­fen sinkt.

Bei Betrach­tung des Abnah­me­falls eines für die Grund­ver­sor­gung typi­schen Fami­li­en­haus­halts mit einem Jah­res­ver­brauch von 14.000 kWh und einer instal­lier­ten Leis­tung von 11 kW zei­gen sich deut­li­che Ein­spa­run­gen. Im Durch­schnitt der 99 Ver­sor­ger mit Preis­än­de­run­gen wer­den für die gelie­fer­te Men­ge Gas 818,58 Euro fäl­lig gegen­über 876,44 Euro vor den Anpas­sun­gen. Das ent­spricht einer durch­schnitt­li­chen Tarif­sen­kung um 6,6 Pro­zent. Nur bei 3 Unter­neh­men las­sen sich Preis­stei­ge­run­gen ab dem 1. Okto­ber beob­ach­ten. Die Stadt­wer­ke Ingol­stadt erhö­hen den Preis für den Tarif Ingas basis“ um 7,80 Euro (+0,9 %) auf 864,60 Euro. Die Grund- und Ersatz­ver­sor­gung der Stadt­wer­ke Eisen­hüt­ten­stadt ver­teu­ert sich um 11,20 Euro (+1,2 %) auf weit über­durch­schnitt­li­che 939,36 Euro. Auch bei den Stadt­wer­ken Ros­tock lässt sich ein deut­li­cher Preis­an­stieg um 42 Euro (+5,6 %) ver­zeich­nen. Mit Jah­res­kos­ten in Höhe von 788,60 Euro zah­len Haus­hal­te dort trotz­dem weni­ger als im wei­ter oben ermit­tel­ten Schnitt.

Ins­ge­samt redu­zie­ren 16 Unter­neh­men ihre Tari­fe um mehr als 10 Pro­zent. So sin­ken die Prei­se bei­spiels­wei­se in der Nord­hälf­te Bay­erns in vie­len Grund­ver­sor­gungs­ge­bie­ten der E.ON Ener­gie Deutsch­land, aber auch im Lie­fer­ge­biet der Stadt­wer­ke Mün­chen deut­lich. Auch Kun­den in Baden-Würt­tem­berg pro­fi­tie­ren in den Ver­sor­gungs­ge­bie­ten von EnBW, in ein­zel­nen E.ON-Gebieten in Nord­rhein-West­fa­len eben­falls. Dazu gesel­len sich Sen­kun­gen ein­zel­ner Stadt­wer­ke in Nord­rhein-West­fa­len, Hes­sen und Niedersachsen.

Preis­än­de­run­gen in der Grund­ver­sor­gung vom 1. Okto­ber 201631. Janu­ar 2017
Abnah­me­fall: Haus­halt, 14.000 kWh/​a, 11 kW Leistung

Am stärks­ten pro­fi­tie­ren Gas­kun­den von den Anpas­sun­gen der baye­ri­schen GVH Gas­ver­sor­gung Haar zum 1. Okto­ber. Eine Sen­kung im Voll­ver­sor­gungs­ta­rif“ um ‑15,4 Pro­zent ergibt eine jähr­li­che Erspar­nis von 140 Euro, der stärks­ten abso­lu­ten Sen­kung im Feld der betrach­te­ten Ver­sor­ger. Mit 770,80 Euro Jah­res­kos­ten liegt der neue Preis zudem unter dem Durch­schnitt. Eine wei­te­re deut­li­che Redu­zie­rung ab dem 1. Janu­ar zeigt sich in der Grund­ver­sor­gung der Stadt­wer­ke Blies­tal (Saar­land) mit ‑126 Euro (-12,1 %), den­noch blei­ben die Kos­ten mit 914,40 Euro auf hohem Niveau. Eben­falls deut­lich güns­ti­ger fällt seit Okto­ber der Gas­be­zug bei den nie­der­säch­si­schen Stadt­wer­ken Eschwe­ge aus, die Kos­ten sin­ken im Grund­ver­sor­gungs-Tarif II“ um ‑121,80 Euro (-13,2 %) auf 800,80 Euro. Alle drei Unter­neh­men setz­ten die Preis­sen­kun­gen allein durch eine Redu­zie­rung des Arbeits­prei­ses um.

Der güns­tigs­te Jah­res­preis unter den hier betrach­te­ten Grund­ver­sor­gern fin­det sich ab dem 1. Novem­ber im ange­stamm­ten Lie­fer­ge­biet der Stadt­wer­ke Lin­gen in Nie­der­sach­sen. Der Tarif Preis­stu­fe G 1“ sinkt um ‑35 Euro (-5,2 %) auf 638,20 Euro. Am teu­ers­ten ist der Gas­be­zug seit Okto­ber im Ver­sor­gungs­ge­biet der Ener­gie und Was­ser­ver­sor­gung Stol­berg (NRW). Trotz einer Sen­kung um ‑4,2 Pro­zent (-44,80 Euro) liegt der Jah­res­preis mit 1.011,40 Euro erheb­lich über dem Durch­schnitt. Zwi­schen dem güns­tigs­ten und dem teu­ers­ten Ver­sor­ger zeigt sich somit eine Preis­sprei­zung von mehr als 58 Pro­zent. Abzu­war­ten bleibt nun, ob die Ver­öf­fent­li­chung der Netz­ent­gel­te für den Gas­trans­port im Jahr 2017 wei­te­re Unter­neh­men zu einer Anpas­sung ihrer Tari­fe veranlasst.

Metho­dik: Alle Prei­se ver­ste­hen sich net­to und set­zen sich zusam­men aus dem Arbeits­preis und dem dar­auf umge­leg­ten Grundpreis.

Raus aus dem Schnittstellensumpf.

Der wach­sen­de Grad der Digi­ta­li­sie­rung im Tages­ge­schäft von Ener­gie­ver­trie­ben erfor­dert zuneh­men­de Inter­ak­ti­on unter­schied­li­cher Soft­ware­lö­sun­gen und ‑modu­le. Immer häu­fi­ger erfor­dert dies die zeit- und kos­ten­in­ten­si­ve Ent­wick­lung indi­vi­du­el­ler Schnitt­stel­len, ohne die ein Daten­aus­tausch erschwert wird und Geschäfts­pro­zes­se ins Sto­cken geraten.

ene't Fir­men­grün­der Dipl.-Ing. Peter Mar­tin Schro­er setzt sich daher für einen gemein­sa­men Daten­stan­dard ein, der sol­che Schnitt­stel­len ablö­sen soll. Mit zehn gleich­ge­sinn­ten Unter­neh­men grün­de­te er die Inter­es­sen­ge­mein­schaft Geschäfts­ob­jek­te für die Ener­gie­wirt­schaft e. V.“, die gemein­sam einen offe­nen Stan­dard für die IT-Infra­struk­tur von Ener­gie­ver­trie­ben und Markt­part­nern ent­wi­ckeln wird.

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