Aktuelles | 05. Februar 2014

E-Mobilitäts-Tarife im Vergleich

Angesichts kontinuierlich steigender Preise für Benzin- und Dieselkraftstoffe und politisch formulierter Klimaschutzziele ist die Elektromobilität seit einigen Jahren in aller Munde. Auch Stromvertriebe und Stadtwerke haben den Trend längst erkannt und spezielle Produkte für die E-Mobilität aufgelegt. Inzwischen ist mithilfe der Datenbank Endkundentarife Strom ein bundesweit flächendeckendes Angebot entsprechender Tarife belegbar. Ob diese eine ernst zu nehmende Alternative zu gängigen Haushaltsstromprodukten darstellen, soll die folgende Auswertung zeigen.

Als Berech­nungs­grund­la­ge dient ein Mit­tel­klas­se­fahr­zeug mit rei­nem Elek­tro­an­trieb, das im Schnitt 17 kWh Strom auf 100 km ver­braucht. Hoch­ge­rech­net auf eine ange­nom­me­ne Jah­res­fahr­leis­tung von 10.000 km ergibt dies einen Abnah­me­fall von 1.700 kWh. Beim Tarif­ver­gleich mit die­ser Leis­tung wird bei Zwei­ta­rif-Pro­duk­ten eine Auf­tei­lung von 20 % HT und 80 % NT ange­nom­men, da pri­vat genutz­te Elek­tro­fahr­zeu­ge zu Hau­se typi­scher­wei­se über­wie­gend nachts gela­den wer­den dürften.

Flä­chen­de­cken­des Ange­bot bei gerin­ger Auswahl

Auf den ers­ten Blick zeigt die Aus­wer­tung, dass spe­zi­el­le E‑Mo­bi­li­täts-Tari­fe zwar bun­des­weit flä­chen­de­ckend ver­füg­bar sind, die Dich­te der Anbie­ter sowie der ange­bo­te­nen Pro­duk­te dage­gen noch sehr gering aus­fällt. Je Post­ort sind im Schnitt gera­de ein­mal 1,2 Anbie­ter aktiv, durch­schnitt­lich wer­den eben­so vie­le Pro­duk­te angeboten.

Anzahl ange­bo­te­ner E‑Mo­bi­li­täts-Tari­fe je Postort

In 13.778 Post­leit­zahl-Ort-Kom­bi­na­tio­nen und damit knapp 87 % der bun­des­deut­schen Postor­te haben Ver­brau­cher nur einen Tarif zur Aus­wahl. Ein wenig mehr Aus­wahl haben die Bewoh­ner Bre­mens, Ber­lins, im Süd­wes­ten Bay­erns sowie in Tei­len Sach­sens, Sach­sen-Anhalts und Bran­den­burgs. Mit gera­de ein­mal drei Pro­duk­ten an der Spit­ze ste­hen Ham­burg und der rhein­land-pfäl­zi­sche Süden.

Die gerin­ge Wahl­mög­lich­keit spie­gelt sich auch in einem rela­tiv homo­ge­nen Preis­ge­fü­ge wie­der. Durch die wei­te Ver­brei­tung domi­niert der Tarif RWE ePower basic der RWE Effi­zi­enz GmbH das Ran­king, obwohl die Jah­res­kos­ten mit 478,49 € oder 28,15 ct/​kWh (etwa 4,78 €/100 km) nur knapp unter dem bun­des­deut­schen Durch­schnitt von 482,09 € bezie­hungs­wei­se 28,36 ct/​kWh (rund 4,82 €/100 km) lie­gen (alle Prei­se Net­to­an­ga­ben, Arbeits­prei­se ent­hal­ten umge­leg­te Grund­prei­se). Ver­gleichs­wei­se güns­ti­ge Ange­bo­te fin­den sich regio­nal betrach­tet fast nur im Groß­raum Hamburg.

Preis­ni­veau des jeweils güns­tigs­ten E‑Mo­bi­li­täts-Tarifs je Postort

Deutsch­land­weit am güns­tigs­ten fährt es sich mit einem E‑Mo­bi­li­täts-Tarif der­zeit in Wald­kirch (Baden-Würt­tem­berg). Die orts­an­säs­si­gen Stadt­wer­ke lie­fern die 1.700 kWh im Tarif Power­Abo-Mobil­Strom“ für jähr­lich 417,62 € (24,57 ct/​kWh oder 4,18 €/100 km). Die­ses Pro­dukt ist eines von nur zwei Zwei­ta­rif-Ange­bo­ten deutsch­land­weit, belie­fert wird aller­dings auch nur ein Post­ort. Wesent­lich mehr stellt der teu­ers­te Anbie­ter im Tarif­ran­king in Rech­nung. Die bay­ri­schen Lech­wer­ke berech­nen für das zwei­te erhält­li­che Zwei­ta­rif-Pro­dukt LEW Auto­strom in 291 belie­fer­ten Postor­ten 571,17 € (33,60 ct/​kWh oder 5,71 €/100 km). Somit lässt sich eine Preis­sprei­zung von 36,8 % errech­nen. Rund 90,5 % der ange­bo­te­nen Tari­fe las­sen sich im Übri­gen auch gewerb­lich nutzen.

Wirt­schaft­lich­keit bleibt ein Rechenexempel

Im direk­ten Ver­gleich mit den Ver­brauchs­kos­ten fos­si­ler Antrie­be wir­ken die Ener­gie­kos­ten von durch­schnitt­lich 482,09 € für 10.000 km Stre­cke güns­tig. Legt man die vom ADAC ermit­tel­ten Durch­schnitts­prei­se für das Jahr 2013 zugrun­de, erge­ben sich für ein Die­sel­fahr­zeug mit ange­nom­me­nem Ver­brauch von 6 Litern pro 100 km bei einem Preis von 1,42 €/​l Jah­res­kos­ten von ins­ge­samt 852 € (8,52 €/100 km). Noch tie­fer muss der Fah­rer eines Pkw mit Otto­mo­tor in die Tasche grei­fen, denn bei einem Ver­brauch von 7 Litern Super­ben­zin E10 sum­miert sich der Liter­preis von 1,55 € zu Jah­res­kos­ten von 1.085 € (10,85 €/100 km) auf.

Ob die­se Erspar­nis aus­reicht, den deut­lich höhe­ren Anschaf­fungs­preis für ein E‑Mobil zu kom­pen­sie­ren, muss indi­vi­du­ell errech­net wer­den. Auch schla­gen gege­be­nen­falls zusätz­li­che Fol­ge­kos­ten zu Buche, die berück­sich­tigt wer­den müs­sen, wie Kos­ten für Bat­te­rie­mie­te oder ‑degra­da­ti­on. Nicht zuletzt muss auch der Anschaf­fungs­preis einer Lad­ein­fra­struk­tur betrach­tet wer­den. So kos­tet die RWE eBOX für eine 11-kW-Schnell­la­dung rund 584 €, die eBOX SMART für die 22-kW-Ladung sogar knapp 2.517 €. Bei bei­den Vari­an­ten müs­sen noch Mon­ta­ge­kos­ten von min­des­tens 335 € ein­ge­plant werden.

Trotz­dem lohnt der Blick über den Tel­ler­rand, da zum Auf­la­den des eige­nen Fahr­zeugs nicht zwin­gend ein spe­zi­el­ler Mobi­li­täts­ta­rif abge­schlos­sen wer­den muss. Denn die­se sind im Schnitt nur gering­fü­gig preis­wer­ter als der all­ge­mei­ne Grund­ver­sor­gungs­ta­rif (aktu­ell 484,66 € oder 28,51 ct/​kWh). Schon mit der Wahl des güns­tigs­ten Tarifs eines Grund­ver­sor­gers lässt sich der Preis auf durch­schnitt­lich 442,86 € oder 26,05 ct/​kWh sen­ken. Rich­tig güns­tig fährt dage­gen, wer sei­nen mobi­len Stro­mer mit dem güns­tigs­ten an sei­nem Post­ort ver­füg­ba­ren Tarif auf­lädt. Der schlägt im Schnitt nur noch mit 337,01 € zu Buche. Dies ent­spricht einem Kilo­watt­stun­den­preis von 19,82 Cent und Fahrt­kos­ten von 3,37 € auf 100 km.

Beson­ders güns­tig kann man sich dem­nach im Bun­des­land Rhein­land-Pfalz fort­be­we­gen. In Zwei­brü­cken setzt die Stadt­Ener­gie für den Tarif Stadt­Strom FLEX230,82 € an, was auf 100 km kaum zu unter­bie­ten­den Kos­ten von 2,31 € ent­spricht. Somit ver­hält es sich beim Auf­la­den eines E‑Mobils nicht anders als beim Tan­ken – der Preis­ver­gleich lohnt sich immer.

Besu­chen Sie uns auf der E‑world 2014

Auch 2014 prä­sen­tiert sich die ene't GmbH wie­der als Aus­stel­ler auf der Esse­ner Fach­mes­se E‑world energy&water. Wie bereits in den ver­gan­ge­nen Jah­ren fin­den Sie uns auch vom 11. bis 13. Febru­ar 2014 an unse­rem Stand 452 in Hal­le 3. Besu­chen Sie uns und infor­mie­ren Sie sich über die Neue­run­gen im Bereich der bewähr­ten ene't Daten­ban­ken und Ana­ly­se­tools. Ger­ne stel­len wir Ihnen die neu­en Part­ner­pro­duk­te vor, mit denen wir unser Pro­dukt­port­fo­lio erwei­tern und prak­ti­sche Lösun­gen für Ener­gie­ver­trieb und ‑mar­ke­ting anbieten.

Nut­zen Sie zudem die Gele­gen­heit und ler­nen Sie Ihre neu­en Ansprech­part­ner rund um die The­men Deckungs­bei­trags­rech­nung und Ener­gie­da­ten­ma­nage­ment ken­nen, die Ihnen mit der Über­nah­me der R‑SYSTEMS GmbH durch die ene't am Stand­ort Tor­gau zur Ver­fü­gung stehen.

Haben Sie Fra­gen oder Anre­gun­gen? Wün­schen Sie eine indi­vi­du­el­le Bera­tung? Unse­re ene't Exper­ten neh­men sich ger­ne Zeit für Sie. Ver­ein­ba­ren Sie am bes­ten noch heu­te einen Ter­min. Nut­zen Sie dafür das bereit­ge­stell­te For­mu­lar auf www​.enet​.eu oder rufen Sie uns an. Soll­te Ihr Wunsch­ter­min wider Erwar­ten nicht ver­füg­bar sein, küm­mern wir uns umge­hend um eine pas­sen­de Alternative.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen wen­den Sie sich bit­te an Frau Kock­erols-Eßer unter der Tele­fon­num­mer 02433 52601 – 24 oder der E‑Mail-Adres­se info@​enet.​eu.

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